Diabetes als Folge einer Schlafapnoe
In der Schweiz sind schätzungsweise mehr als 500.000 Menschen an Diabetes und 400.000 Menschen an einer Schlafapnoe erkrankt. Aber auch kombiniert treten die Erkrankungen häufig auf: mehr als die Hälfte der Diabetikerinnen und Diabetiker leidet an einer Schlafapnoe. Etwa 25 % der Menschen mit Schlafapnoe weisen einen Diabetes mellitus (Typ 2) auf. Das ist kein Zufall.
Schlafapnoe und Diabetes sind Erkrankungen, die sich gegenseitig verstärken. Nächtliche Atemaussetzer – ein typisches Symptom der Schlafapnoe – fördern Stressreaktionen, Entzündungen und Insulinresistenz, während Übergewicht und Stoffwechselstörungen die Entstehung einer obstruktiven Schlafapnoe begünstigen.
Mehr zu den beiden Erkrankungen erfahren Sie auf dieser Seite.
Diabetes und Schlafapnoe
„Die enge Verbindung zwischen Schlafapnoe und Diabetes wird häufig unterschätzt. Nächtliche Atemaussetzer fördern Insulinresistenz und erschweren die Blutzuckereinstellung erheblich. Eine konsequente Abklärung und Behandlung der Schlafapnoe kann daher ein entscheidender Baustein in der ganzheitlichen Diabetes-Therapie sein.“
T. Iizuka
Was Sie über Diabetes und Schlafapnoe wissen sollten
Was sind die Ursachen von Diabetes?
Zu den häufigsten Ursachen für Diabetes zählen Übergewicht, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung. Aber auch genetische Veranlagung, zunehmendes Alter, chronischer Stress und Schlafmangel können den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflussen.
Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2
Der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 ist schnell erklärt: Diabetes Typ 1 entsteht durch eine Autoimmunreaktion und erfordert lebenslang Insulin. Diabetes Typ 2 entwickelt sich meist schleichend und kann bereits durch Lebensstiländerungen bekämpft werden. Der Einsatz von Medikamenten kann aber auch bei Diabetes Typ 2 notwendig sein.
Kann die Behandlung der Schlafapnoe den Blutzucker verbessern?
Ja, die Behandlung der Schlafapnoe kann den Blutzucker verbessern. Wird die Schlafapnoe konsequent behandelt, reduzieren sich nächtliche Stressreaktionen und Sauerstoffmangel. Dadurch kann sich die Insulinempfindlichkeit verbessern, was wiederum zu stabileren Blutzuckerwerten führen kann. Was zur Folge hat, dass sich bei manchen Patientinnen und Patienten dadurch auch der Bedarf an Diabetesmedikamenten senken oder gar sistieren lässt.
Ist eine Schlafapnoe in Kombination mit Diabetes Typ 1 bedenklich?
Eine unbehandelte Schlafapnoe kann bei Typ-1-Diabetes bedenklich sein, da nächtliche Stressreaktionen den Blutzuckerspiegel beeinflussen und das Krankheitsbild verschlimmern können.
Kann eine Behandlung der Schlafapnoe Diabetes Typ 2 verbessern?
Eine Behandlung der Schlafapnoe hat häufig sehr positive Effekte auf den Zuckerstoffwechsel (und somit auch auf Diabetes Typ 2).
Diabetes und Schlafapnoe sind eine unschöne Kombination
Diabetes und Schlafapnoe beeinflussen sich gegenseitig in ungünstiger Weise.
Durch die nächtlichen Atemaussetzer kommt es wiederholt zu Sauerstoffmangel und Stressreaktionen im Körper. Dabei werden Hormone wie Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet, die den Blutzuckerspiegel erhöhen und die Insulinwirkung verschlechtern. Gleichzeitig fördern die Schlafunterbrechungen Entzündungsprozesse, welche die Insulinresistenz weiter verstärken.
Menschen mit unbehandelter Schlafapnoe entwickeln daher häufiger einen Typ-2-Diabetes oder haben Schwierigkeiten, bereits bestehende Blutzuckerwerte zu kontrollieren. Umgekehrt begünstigt Übergewicht, das häufig bei Diabetikern vorkommt, die Entstehung einer obstruktiven Schlafapnoe. Eine gefährliche Wechselwirkung, die zeigt, dass man stets beide Erkrankungen gemeinsam betrachten und behandeln sollte. Und die deutlich macht, dass eine OSA-Abklärung bei Diabetes-Patientinnen und -Patienten immer erfolgen sollte.