Schlafapnoe und hoher Blutdruck
In der Schweiz leiden schätzungsweise 1,5 Millionen Erwachsene an Bluthochdruck und fast ebenso viele an einer Schlafapnoe (wenn man die Dunkelziffer berücksichtigt). Ein Zufall? Wohl kaum.
Hoher Blutdruck entsteht oft durch Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress oder eine einseitige Ernährung – doch auch die obstruktive Schlafapnoe kann eine Rolle spielen. Die nächtlichen Atemaussetzer verhindern die natürliche Blutdrucksenkung im Schlaf, lösen Stressreaktionen aus und fördern Gefässverengungen.
Eine konsequente Therapie der Schlafapnoe kann den Blutdruck verbessern und das Risiko schwerer Folgeerkrankungen deutlich senken. Mehr dazu erfahren Sie auf dieser Seite.
Hoher Blutdruck als Folge der Schlafapnoe
„Bluthochdruck ist häufig nicht die eigentliche Erkrankung, sondern die Folge einer unbehandelten Schlafapnoe. Die nächtlichen Atemaussetzer verhindern die normale Blutdrucksenkung im Schlaf und setzen Herz und Gefässe unter Dauerstress. Wird die Schlafapnoe gezielt behandelt, lassen sich die Blutdruckwerte in vielen Fällen deutlich verbessern.“
Prof. H. Sailer
Was Sie über hohen Blutdruck und Schlafapnoe wissen sollten
Kommen hoher Blutdruck und Schlafapnoe zusammen häufig vor?
Die Kombination hoher Blutdruck und Schlafapnoe ist ausgesprochen häufig. Denn: ein hoher Blutdruck ist oft die Konsequenz einer unbehandelten Schlafapnoe. Doch um wirklich sicherzugehen, ob das in Ihrem Fall so ist, sollten Sie Ihren hohen Blutdruck medizinisch abklären lassen. Wenn Sie davon ausgehen, dass eine Schlafapnoe den hohen Blutdruck bei Ihnen verursacht, können Sie direkt bei uns vorstellig werden.
Was sind die Ursachen von hohem Blutdruck?
Ein hoher Blutdruck lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Neben genetischen Faktoren spielt der persönliche Lebensstil eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck. Übergewicht, Bewegungsmangel, eine salzreiche Ernährung sowie regelmässiger Alkoholkonsum erhöhen den Druck in den Gefässen und belasten das Herz langfristig. Aber auch chronischer Stress wirkt sich negativ aus: Durch eine dauerhafte Aktivierung des Nervensystems werden Stresshormone ausgeschüttet, die die Blutgefässe verengen und den Blutdruck steigen lassen.
Entsteht hoher Blutdruck durch Schlafapnoe?
Unbehandelte Schlafapnoe kann hohen Blutdruck entstehen lassen. Die nächtlichen Atemaussetzer führen zu Sauerstoffmangel und Stressreaktionen, wodurch Blutdruckspitzen entstehen und sich langfristig eine chronische Hypertonie entwickeln kann. Deshalb sollte bei Bluthochdruck immer auch eine Schlafapnoe medizinisch abgeklärt werden.
Leiden Schnarcher oft an Bluthochdruck?
Ja, Schnarcherinnen und Schnarcher leiden erstaunlich oft an Bluthochdruck. Menschen mit unbehandelter Schlafapnoe erleben während der Nacht wiederholte Atemaussetzer, die zu Sauerstoffmangel und Stressreaktionen im Körper führen. Dieser Stress kann zu einer Verengung der Blutgefässe führen und den Blutdruck dauerhaft erhöhen.
Was ist zu tun, wenn eine Schlafapnoe im Zusammenhang mit Bluthochdruck festgestellt wird?
Liegt bei einer Patientin oder einem Patienten Bluthochdruck vor, der von einer obstruktiven Schlafapnoe verursacht wird, sollte sofort reagiert werden. Die Schlafapnoe muss dann konsequent behandelt werden, um lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern.
Je nach Ausprägung der Erkrankung kommen unterschiedliche Therapieformen infrage – von Atemtherapie über Zahnschienen bis hin zu operativen Verfahren.
Kann sich hoher Blutdruck durch die Therapie der Schlafapnoe verbessern?
In vielen Fällen kann sich hoher Blutdruck durch die Therapie von Schlafapnoe verbessern. Wird die Schlafapnoe wirksam behandelt, lassen die nächtlichen Stressreaktionen nach, was sich positiv auf die Blutdruckwerte auswirkt. Dadurch können sich sowohl Symptome wie morgendliche Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit als auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.
Vor allem bei frühzeitiger Diagnose – unabhängig vom Alter – bestehen gute Chancen, dass sich die Werte stabilisieren und die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck reduziert werden kann.
Was versteht man unter sekundärer Hypertonie?
Von einer sekundären Hypertonie spricht man, wenn der hohe Blutdruck nicht eigenständig entsteht, sondern die Folge einer klar identifizierbaren Ursache ist. Dazu zählen unter anderem hormonelle Störungen, Nierenerkrankungen, bestimmte Medikamente und auch die obstruktive Schlafapnoe. In diesen Fällen ist Bluthochdruck ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung.
Hoher Blutdruck in der Früh als Folge von Schlafapnoe
Haben Sie schon mal morgens Ihren Blutdruck gemessen? Tatsächlich sind die Werte dann meistens am höchsten – direkt nach dem Aufstehen. Das ist kein Zufall: Während der Nacht sollte sich der Blutdruck eigentlich absenken. Man spricht dann vom sogenannten nächtlichen Dippen, das bei gesunden Menschen Standard ist. Der Blutdruck sinkt normalerweise während des Schlafs um etwa 10 bis 20 Prozent ab. Dieses nächtliche Dippen entlastet Herz und Gefässe und gilt als wichtiger Schutzmechanismus für das Herz-Kreislauf-System.
Bei Menschen mit Schlafapnoe bleibt diese natürliche Erholung jedoch oft aus. Die wiederholten Atemaussetzer führen zu Sauerstoffmangel und aktivieren Stressreaktionen im Körper. Puls und Blutdruck steigen immer wieder an – teilweise dutzende Male pro Stunde. Auf Dauer kann diese nächtliche Dauerbelastung dazu führen, dass sich ein chronisch erhöhter Blutdruck entwickelt oder bestehende Hypertonie schwerer kontrollierbar wird.
Die durch Schlafapnoe verursachten nächtlichen Atemstillstände führen auch zu einer niedrigen Sauerstoffkonzentration im Blut. Dadurch steigt die Konzentration des sogenannten Endothelins – eines Hormons, welches die Engstellung der Blutgefässe reguliert. Auch die Aktivierung dieses Endothelins erhöht den Blutdruck und das Herz- und Kreislaufsystem wird durch die verengten Gefässe noch stärker belastet.
Wenn Sie also morgens regelmässig hohe Werte bei sich feststellen und zusätzlich schnarchen, unter Tagesmüdigkeit leiden oder häufig mit Kopfschmerzen aufwachen, sollten Sie unbedingt eine Schlafabklärung in Betracht ziehen.
Die Gefahr einer unerkannten Schlafapnoe bei Bluthochdruck
Rund 30 bis 40 % der Menschen mit Bluthochdruck leiden an einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA), während bei therapieresistenter Hypertonie sogar 70 bis 85 % betroffen sind. Ein nicht zufälliges Zusammenspiel, denn oft ist eine OSA die Ursache des Bluthochdrucks. Wird diese nicht erkannt, läuft man Gefahr, von ärztlicher Seite eine völlig falsche Therapie verordnet zu bekommen. So werden beispielsweise blutdrucksenkende Medikamente verschrieben, die sich sowohl ungünstig auf das Krankheitsbild Schlafapnoe auswirken, als auch die natürliche Wachfunktion negativ beeinträchtigen. Eine solche Behandlung würde mehr Schaden als Nutzen bringen. Aus diesem Grund liegt es uns am Herzen, eine zuverlässige Diagnose für Sie zu treffen.
Wir setzen auf eine umfangreiche Schlaf-, und Atemwegsanalyse. Erhärtet sich der Verdacht einer Apnoe, empfehlen wir eine weiterführende Untersuchung im Schlaflabor. Dort werden unter anderem Schlafphasen, Atmung, Sauerstoffsättigung und Puls gemessen. Auf Basis der erhobenen Daten können die Expertinnen und Experten dann eine genaue Diagnose stellen.