Schlafapnoe

Themen

Weiteres

Herzinfarkt und Schlaganfall im Zusammenspiel mit einer Schlafapnoe

Eine Schlafapnoe lässt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch steigen.

Nächtliche Atemaussetzer bei Schlafapnoe stehen in einem direkten Zusammenhang mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Durch die wiederholten Atempausen gerät der Körper jede Nacht in einen Stresszustand, der das Herz-Kreislauf-System dauerhaft belastet und das Risiko für akute wie auch chronische Herzerkrankungen deutlich erhöht. Treffen zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht oder Bewegungsmangel hinzu, verstärkt sich diese Gefahr erheblich. Bleibt eine Schlafapnoe unbehandelt, kann sie das Herz nachhaltig schädigen – umso wichtiger sind eine frühzeitige Diagnostik, eine gezielte Therapie und konsequente medizinische Vorsorge.

Wie Sie eine Schlafapnoe erkennen und wann das Risiko für einen dadurch ausgelösten Herzinfarkt oder Schlaganfall besonders hoch ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

Schlafapnoe als Risikofaktor

„Schlafapnoe ist ein oft unterschätzter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die wiederholten nächtlichen Sauerstoffabfälle und Blutdruckspitzen setzen Herz und Gefässe unter Dauerstress. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse deutlich senken.“

PD Dr. Dr. med. Martin Lanzer

Was Sie über Schlafapnoe und Schlaganfall wissen sollten

Eine Schlafapnoe wirkt sich auf mehreren Ebenen negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus und kann somit Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen. Die wiederholten Atemstillstände – verursacht durch die Schlafapnoe – aktivieren Stresshormone, erhöhen den Blutdruck und führen zu Sauerstoffmangel. Gleichzeitig werden Entzündungsprozesse in den Gefässen gefördert, was arteriosklerotische Veränderungen beschleunigt. Diese Faktoren begünstigen sowohl Durchblutungsstörungen des Herzmuskels als auch Gefässverschlüsse im Gehirn.

Zu den häufigsten Ursachen von Herzinfarkt zählen Bluthochdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Übergewicht und Bewegungsmangel. Aber auch chronischer Stress und Schlafstörungen spielen eine Rolle.

Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn. In den meisten Fällen ist ein Blutgefäss, das das Gehirn versorgt, durch ein Blutgerinnsel oder arteriosklerotische Ablagerungen verengt oder vollständig verschlossen. Dadurch wird das betroffene Hirnareal nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass Nervenzellen innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden oder absterben. Seltener entsteht ein Schlaganfall durch das Platzen eines Blutgefässes im Gehirn, was zu einer Hirnblutung führt. In beiden Fällen handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem jede Minute entscheidend ist.

Typische Symptome eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Lähmungen oder Gefühlsstörungen, meist einseitig, Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten, ein herabhängender Mundwinkel sowie Sehstörungen. Auch Schwindel, starke Kopfschmerzen oder Unsicherheit beim Gehen können Warnzeichen sein. Treten solche Symptome plötzlich auf, muss sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ein Herzinfarkt entsteht meist durch den akuten Verschluss eines Herzkranzgefässes. Schuld sind in der Regel arteriosklerotische Ablagerungen, die sich über Jahre in den Gefässwänden bilden und schliesslich aufreissen können. An dieser Stelle entsteht ein Blutgerinnsel, das den Blutfluss zum Herzmuskel blockiert.

Die typischen Symptome eines Herzinfarkts sind starke, anhaltende Brustschmerzen, die oft in Arm, Schulter, Rücken oder Kiefer ausstrahlen. Weitere Anzeichen können Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiss, Schwindel und ein Engegefühl im Brustkorb sein.

Ein Myokardinfarkt ist eine der häufigsten und gefährlichsten Herzkreislauferkrankungen – auch Herzmuskelinfarkt genannt. Er entsteht, wenn der Blutfluss in einer Herzkranzarterie plötzlich blockiert wird. Dadurch wird das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff aus dem Blut versorgt und beginnt abzusterben.

Schlafapnoe und Herzinfarkt korrelieren

Aktuelle Studien zeigen, dass etwa neun Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen an einer obstruktiven Schlafapnoe leiden. Dabei kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemstillständen, die durch eine Blockade der oberen Atemwege entstehen. Jede dieser Atempausen löst eine Stressreaktion im Körper aus: Hormone wie Adrenalin und Kortisol werden ausgeschüttet, Puls und Blutdruck steigen sprunghaft an, während gleichzeitig die Sauerstoffversorgung sinkt.

Das bedeutet eine enorme Belastung für das Herz. Es muss stärker arbeiten, obwohl es schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Langfristig können dadurch Herzrhythmusstörungen, eine Schwächung des Herzmuskels und Durchblutungsstörungen entstehen.

Nicht verwunderlich: Häufig leiden Herzpatienten zugleich an einer Schlafapnoe. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, steigt das Risiko für einen akuten Herzinfarkt deutlich. Umso sinnvoller ist bei Verdacht auf eine Schlafapnoe eine medizinische Abklärung.

Herzinfarkt und Schlaganfall im Zusammenspiel mit Schlafapnoe vorbeugen

Die gute Nachricht: Herzinfarkt und Schlaganfall, die im Zusammenhang mit einer Schlafapnoe enstehen, lassen sich in vielen Fällen verhindern. Vorausgesetzt, die Schlafapnoe wird frühzeitig erkannt. Die Basis bildet eine zuverlässige Diagnostik im Schlaflabor. Hier können mittels moderner Geräte Hirnströme, Atmung, Sauerstoffversorgung, Herzschlag und Bewegungen der schlafenden Person aufgezeichnet und im Nachhinein ausgewertet werden.

Je nach Befund kommen verschiedene Therapieformen infrage, darunter Atemtherapien, spezielle Zahnschienen oder operative Verfahren zur dauerhaften Erweiterung der Atemwege.

Durch die Beseitigung der Ursache normalisieren sich häufig der nächtliche Blutdruckanstieg und die damit einhergehenden Stressreaktionen. Herz und Gefässe werden entlastet. Der Schlaf wird erholsamer, das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wird reduziert, die Lebensqualität wird deutlich verbessert und das Risiko weiterer lebensbedrohlicher Ereignisse nachhaltig gesenkt.